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Schalmeienclub Überlingen am Ried 1978 e.V.      

Die Schalmei

Die Geschichte der Schalmei geht bis in die ersten Jahrhunderte unserer Zeitrechnung zurück. Bereits im 5. Jahrhundert kannte man die Aulos, ein Holzblasinstrument der Hirten. Im 16. Jahrhundert setzte ein Niedergang ein, da die Schalmei neben der Violine geradezu verblasste. Die Wiedergeburt kam aus Frankreich, wo der bedeutende Instrumentenbauer Jean Hotteterre um 165o aus der Schalmei die Oboe entwickelte. Auch die Musette, eine Art Dudelsack, die damals in Frankreich gespielt wurde, kann zu den Vorfahren der Schalmei gezählt werden. Die heutigen Instrumente können jedoch nicht mit diesen Vorfahren verglichen werden. Es sind Blechinstrumente, wobei die Töne durch Membranen erzeugt werden. Der Bläser kann, im Gegensatz zu Blechblasinstrumenten, den Ton nicht beeinflussen. Die heutigen Schalmeien sind meist diatonisch gestimmt und kommen aus der Familie der Martinshörner. Die Tradition der Schalmeienmusik reicht in die Weimarer Republik zurück. Damals begleiteten Schalmeienkapellen die Demonstrationen und spielten bei Veranstaltungen der Arbeiterbewegung. Bis 1933 gab es in Deutschland sehr viele Schalmeienkapellen. Sie wurden jedoch zum größten Teil verboten und die Instrumente zerschlagen. Süddeutschland hat sich in den letzten 25 Jahren zu einer neuartigen Schalmeienhochburg entwickelt. In Bayern und Baden-Württemberg existieren ca. 9o Vereine. Von der alten politischen Tradition sind nur noch die Instrumente geblieben, denn gespielt wird, was das Herz begehrt. Das Repertoire reicht vom Stimmungslied über den Schlager bis hin zum Rock.